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Vergleich von COBIT 5 und COBIT 2019

Vergleich von COBIT 5 und COBIT 2019 Vergleich von COBIT 5 und COBIT 2019

Die digitale Transformation beschleunigt sich, Technologien und Geschäftsmodelle ändern sich im Jahrestakt, regulatorische Erwartungen steigen – und damit wächst der Druck, IT-Governance nicht nur formal, sondern wirksam zu gestalten. COBIT (Control Objectives for Information and Related Technology) ist seit Jahrzehnten eines der wichtigsten Referenzwerke dafür. Zwischen COBIT 5 (2012) und COBIT 2019 liegt dabei kein bloßes Update, sondern eine inhaltliche Weiterentwicklung, die Governance von „Prozesse einführen und reifen lassen“ hin zu „ein System gestalten, messen und kontinuierlich anpassen“ verschiebt. Dieser Beitrag erklärt, was sich verändert hat, warum das relevant ist – und wie sich die Unterschiede in der Praxis auswirken.

Kontinuität in den Grundsätzen – plus mehr Anpassungsfähigkeit

COBIT 5 formulierte fünf Leitprinzipien: Stakeholder-Nutzen sichern, Unternehmen Ende-zu-Ende abdecken, ein integriertes Rahmenwerk nutzen, ganzheitlich vorgehen und Governance von Management trennen. COBIT 2019 hält diese Prinzipien fest, schärft sie aber an zwei Stellen:

  • Anpassbarkeit als Systemprinzip: Governance ist kein „one size fits all“. COBIT 2019 macht Tailoring zum Standard: Unternehmen gestalten ihr Governance-System auf Basis von Designfaktoren (dazu gleich mehr) bewusst aus.
  • Kontinuierliche Verbesserung: Statt punktueller Reifegradprüfungen rückt ein laufendes Performance-Management in den Mittelpunkt. Governance wird gesteuert, nicht nur „abgehakt“.

Der Effekt: COBIT bleibt stabil in der Logik, wird aber beweglicher in der Anwendung.

Vom Prozesskatalog zum Governance- und Managementziel: 37 → 40, präziser gefasst

COBIT 5 strukturierte Governance über 37 Prozesse in den Domänen EDM (Evaluate, Direct and Monitor), APO (Align, Plan and Organize), BAI (Build, Acquire and Implement), DSS (Deliver, Service and Support) und MEA (Monitor, Evaluate and Assess). COBIT 2019 belässt die Domänen, ersetzt aber die reine Prozesssprache durch „Governance and Management Objectives“ (G&MO) und erweitert auf 40 Ziele (5 Governance-, 35 Managementziele).

Jedes Ziel enthält jetzt:

  • Purpose-Statement (Zweckbeschreibung),
  • Scope und Zielsetzungen,
  • Komponenten (Policies, Strukturen, Verfahren, Informationen, Kultur, Menschen, Services/Technologie),
  • Aktivitäten (konkreter als früher),
  • metrische Anhaltspunkte (Leading/Lagging Indicators),
  • Bezüge zu anderen Standards.

Das macht Anforderungen greifbarer und erleichtert die Messbarkeit.

Designfaktoren: Das Herz der maßgeschneiderten Governance

Der sichtbarste Fortschritt in COBIT 2019 sind die Design Factors. Sie bilden die „Schieberegler“, mit denen Organisationen ihr Governance-System bewusst konfigurieren. Typische Faktoren sind u. a.:

  • Unternehmensstrategie (Wachstum, Effizienz, Innovation, Compliance),
  • Risikoprofil und Risikobereitschaft,
  • Compliance-/Regulierungsdruck (stark vs. gering),
  • Rolle von IT/Technologie im Geschäftsmodell (unterstützend / strategisch / als Produkt),
  • Sourcing-Modell (Cloud, Managed Services, Eigenbetrieb),
  • Unternehmensgröße und Komplexität,
  • Industrie/Branche,
  • Technologie-Adoption (z. B. Cloud-Erst, DevOps-Reife, KI-Einsatz),
  • Bedrohungslandschaft (z. B. hohe Cyber-Exposition).

Aus der Kombination ergibt sich ein Governance-Design, das z. B. Security-Ziele höher priorisiert, zusätzliche Kontrollen für Lieferketten (Third-Party Risk) einbaut oder DevOps-Schnittstellen stärker adressiert. Damit wird COBIT von einem „best practice“-Katalog zu einem Design-Framework.

Fokusbereiche: Vertiefungen dort, wo es zählt

Neben der allgemeinen Ausgestaltung kennt COBIT 2019 Focus Areas – thematische Vertiefungen, die Speziallagen abdecken. Beispiele:

  • Information Security / Cybersecurity,
  • Privacy (z. B. DSGVO-Anforderungen),
  • DevOps / Agile,
  • Cloud Services,
  • Enterprise Risk Management,
  • Small and Medium Enterprises,
  • Enterprise Architecture.

Focus Areas verbinden die generischen Ziele mit spezifischen Praktiken und Metriken – etwa anderen Deployment-Kontrollen im DevOps-Kontext oder erweiterten Prüfpflichten bei Cloud-Sourcing. So bleibt das Rahmenwerk kohärent, ohne Spezialanforderungen zu ignorieren.

Das Komponentenmodell: Governance ist mehr als Prozesse

COBIT 5 betonte Prozesse. COBIT 2019 fasst Governance als System aus Komponenten auf. Zu den Komponenten zählen:

  • Prinzipien, Richtlinien und Verfahren,
  • Prozesse (weiterhin wichtig, aber nicht allein),
  • Organisationsstrukturen (Boards, Komitees, Rollen),
  • Kultur, Ethik und Verhalten,
  • Informationen (inkl. Informationsfluss),
  • Menschen, Fähigkeiten und Kompetenzen,
  • Services, Infrastruktur und Anwendungen.

Erst das Zusammenspiel dieser Bausteine erzeugt wirksame Governance. Beispiel: Ein hervorragender Patch-Prozess (Prozess-Komponente) bleibt wirkungsschwach, wenn Rollen unklar (Strukturen), Kommunikation stockt (Information) oder Skills fehlen (Menschen).

Performance-Management: Von Reifegradkurven zu wirkungsorientierter Steuerung

COBIT 5 nutzte ein Reifegradmodell (ISO/IEC 15504-basiert) zur Bewertung von Prozessen. COBIT 2019 differenziert:

  • Capability-Bewertung für einzelne Governance-/Managementziele (mit klaren Kriterien je Aktivität),
  • Metrik-Sets mit Leading (Frühindikatoren) und Lagging Indicators (Ergebnisindikatoren),
  • Ausrichtung an Enterprise Goals (Zielkaskade bleibt, wird aber messnäher).

Statt „Prozess ist auf Level 3“ fragt COBIT 2019 stärker: „Erreichen wir unsere Outcome-Ziele?“ – z. B. Time-to-Market, OTIF, Incident-Reduktion, Audit-Findings, Third-Party-KPI-Erfüllung. Das verlagert die Diskussion von „Formal erfüllt?“ zu „Wirkt es?“.

Risikomanagement neu justiert: Szenarien, Profile, Kennzahlen

Risikomanagement bleibt Kern. Neu ist die Einbindung in Designfaktoren (Risikoprofil, Risikobereitschaft) und die szenariogestützte Sicht:

  • Aktualisierte Risikoszenarien (z. B. Supply-Chain-Angriffe, Cloud-Outages, Ransomware, regulatorische Verstöße),
  • Verzahnung von KRI/KPI (Key Risk Indicators verbunden mit Performance-Metriken),
  • Proaktive Steuerung: Schwellenwerte, Eskalationspfade, Test-/Übungszyklen.

Damit kann Governance Risiken vor die Welle bringen, statt nur zu berichten.

Kommunikation & Informationsfluss: Sichtbarkeit statt Silodenken

COBIT 2019 verankert Kommunikation als Governance-Komponente: Wer braucht welche Information, in welcher Qualität, wann und über welchen Kanal? Beispiele:

  • Regelmäßige Dashboards von IT-Risiken und -Leistung in Management-Gremien (Board-tauglich, nicht tool-zentriert),
  • RACI-Klarheit zwischen IT, Security, Risk, Fachbereichen (Governance vs. Management),
  • Eskalationsregeln (z. B. bei DevOps-Incidents: SRE-On-Call, Business-Kommunikation, Regulatorik).

Transparenz ist hier kein Selbstzweck, sondern Steuerungsgrundlage.

Schnittstellen zu anderen Rahmenwerken: Harmonisierung statt Konkurrenz

COBIT war immer integrativ – COBIT 2019 verstärkt die Mappings:

  • ISO/IEC 38500 (IT-Corporate-Governance) als Governance-Leitplanke,
  • ITIL 4 (Service-Management) für Operatives in APO/BAI/DSS,
  • ISO 27001/27701 (Informationssicherheit/Privacy) in Security-Zielen,
  • NIST CSF für Cyber-Resilienz,
  • TOGAF (Enterprise Architecture) in Architektur-/Portfolio-Zielen,
  • PMBOK/PRINCE2/SAFe in Projekt- und Produktsteuerung.

So entsteht eine „Landkarte“: COBIT definiert das Governance-„Was“ und „Warum“, andere Frameworks liefern das „Wie“ im Operativen.

Was die Unterschiede in der Praxis bedeuten

Für Boards & Geschäftsführung: Berichte werden kürzer und aussagekräftiger. Statt Tool-Details sehen Gremien zielorientierte Metriken und Risiken – mit Entscheidungsoptionen. Governance-Gremien (z. B. IT-Steuerkreis) agieren proaktiv.

Für CIO/CISO/CTO: COBIT 2019 erlaubt, DevOps, Cloud, Data & AI in ein Governance-System einzubetten – inklusive klarer Schnittstellen, Metriken und Ownership. Eine Public-Cloud-Strategie wird so governance-fähig, nicht nur technologisch.

Für Risk/Compliance: Risiken aus Lieferketten und Cloud-Sourcing werden systematisch erfasst, KRI greifen früher, Audit-Feststellungen nehmen ab, weil Komponenten (Policies, Skills, Strukturen) mitgedacht werden.

Für Fachbereiche/Produktteams: Governance wird spürbar, aber nicht hinderlich: klare Policies, eindeutige Rollen, Decision-Rights, leichte Messung der Outcomes – z. B. „Security by Design“ als Gegenmaßnahme mit Kennzahl statt reiner Checkliste.

Beispielhafte Anwendung: Mittelständische Bank mit Cloud-Schwerpunkt

  • Designfaktoren: Hoher Regulierungsdruck, mittlere bis hohe Risikobereitschaft im Digitalvertrieb, Cloud-First, hohe Third-Party-Abhängigkeit, starke Cyber-Exposition.
  • Fokusbereiche: Cloud Services, Information Security, Privacy, DevOps, Third-Party Risk.
  • Auswirkung: Governance-Ziele zu Sourcing, Change/Release, Supplier Management und Security erhalten höchste Priorität; Metriken koppeln Bereitstellungsgeschwindigkeit (Lead Time for Changes) mit Stabilität/Sicherheit (Change Failure Rate, KRIs zu Lieferanten-SLAs, Audit-Findings).
  • Komponenten: Cloud-Richtlinien (Policies), Cloud-Board (Struktur), IaC-Standards (Verfahren), Schulungen zu Cloud-Security (Kompetenzen), zentrales Cloud-Landing-Zone-Service (Technologie).
  • Kommunikation: Quartalsweise, Board-gerechte Risikoberichte mit Ampellogik und Maßnahmenfortschritt.

Beispielhafte Anwendung: Öffentliche Verwaltung mit Fokus auf Verfügbarkeit

  • Designfaktoren: Geringe Risikobereitschaft, hoher Compliance-Druck, heterogene Altanwendungen.
  • Fokusbereiche: Enterprise Architecture, Service Continuity, Information Security.
  • Auswirkung: Priorität auf Betriebsstabilität, Business Continuity und Architektur-Rationalisierung; Metriken u. a. Mean Time to Restore, Service-Verfügbarkeit, Patch-Compliance, Anzahl Shadow-IT-Findings.
  • Komponenten: Architekturgremium, verbindliche Standardisierungen, Notfallübungen (Verfahren), Schulungen für Betriebsstörfälle (Menschen).

Rollen und Verantwortlichkeiten: Trennung von Governance und Management

COBIT 2019 bekräftigt die Trennung:

  • Governance (z. B. Aufsichtsorgane, Vorstand, IT-/Governance-Board) setzt Richtung, priorisiert, genehmigt, überwacht.
  • Management (CIO, CISO, IT-Leitung, Produkt-/Service-Owner) setzt um und liefert Nachweise.

Die RACI-Logik wird expliziter formuliert; das erleichtert Ownership für G&MO-Ziele und minimiert „graue Zonen“.

Metriken, die zählen: Outcome vor Aktivität

Beispiele für Lagging/Leading in COBIT 2019-Logik:

  • Information Security: Lagging – Anzahl signifikanter Incidents, Zeit bis Vollumfängliche Wiederherstellung; Leading – Patch-Zeit, MFA-Abdeckung, Phishing-Fail-Rate.
  • Change/Release: Lagging – Change Failure Rate, Stabilität post-Release; Leading – Automatisierungsgrad, Test-Abdeckung, Durchlaufzeit.
  • Third-Party-Risk: Lagging – SLA-Verfehlungen, Audit-Findings bei Lieferanten; Leading – Anteil kritischer Anbieter mit validiertem Resilienznachweis, Aktualität der Exit-Pläne.
  • Portfolio/Architecture: Lagging – Anzahl redundanter Systeme, Gesamtkosten pro Service; Leading – Quote standardkonformer Technologien, Fortschritt bei Konsolidierungs-Roadmaps.

Der Wechsel: Von „Aktivität (Checkliste) erfüllt“ zu „Wirkung nachweislich erreicht“.

Kultur, Verhalten und Fähigkeiten: Die weichen Faktoren hart adressieren

COBIT 2019 nennt Kultur/Ethik/Verhalten und Kompetenzen ausdrücklich. Praktisch heißt das:

  • Governance-fähige Arbeitsweisen (z. B. DevSecOps, regelmäßige Retrospektiven, blameless Post-Mortems),
  • Skill-Profile für Schlüsselrollen (z. B. Cloud-Architektur, Datenschutz, SRE),
  • Verankerung in Zielsystemen (z. B. Objectives & Key Results, die Governance-Outcomes enthalten).

Ohne diese Komponenten bleibt Governance formal, aber wirkungsschwach.

Häufige Missverständnisse und wie COBIT 2019 sie ausräumt

  • „COBIT ist nur für Audits.“ – Falsch. COBIT 2019 stellt Design, Steuerung und Verbesserung in den Vordergrund; Audit-Tauglichkeit fällt nebenbei ab.
  • „COBIT bremst Agilität.“ – Im Gegenteil: Mit Focus Areas für Agile/DevOps kann Governance leichtgewichtig und flow-kompatibel gestaltet werden (z. B. Policies als „Guardrails“, nicht als Hürden).
  • „COBIT ist nur für Großunternehmen.“ – Mit Designfaktoren und SME-Focus Area lässt sich der Umfang skalieren.
  • „COBIT = Prozesse erhöhen Reifegrade.“ – COBIT 2019 fragt: Erreichen wir Ergebnisse? Reife ist Mittel, nicht Zweck.

Was bleibt gleich – und was ist wirklich neu?

Gleich geblieben sind: die Domänenlogik (EDM/APO/BAI/DSS/MEA), die Zielkaskade (Enterprise → Alignment → Governance/Management Objectives), die Trennung von Governance und Management, der ganzheitliche Anspruch.

Neu bzw. deutlich weiterentwickelt sind: Designfaktoren, Focus Areas, das Komponentenmodell, wirkungsorientiertes Performance-Management, stärkere Mappings zu anderen Standards, explizite Kommunikationsanforderungen sowie die konsequente Ausrichtung auf Tailoring.

Ausblick: COBIT als Anker in Zeiten von Cloud, KI und Regulatorik

Mit Cloud-Sourcing, plattformgetriebenen Geschäftsmodellen, KI/GenAI, Zero-Trust-Architekturen und wachsenden Anforderungen (von DORA bis NIS2 und Privacy) steigt die Notwendigkeit, Governance-Fähigkeit herzustellen – über Teams, Technologien und Lieferketten hinweg. COBIT 2019 liefert dafür den Anker: Es hilft, Richtung zu geben, Entscheidungen zu verdichten, Risiken zu balancieren und Wirkung nachzuweisen.

Zusammenfassung: Von der Prozessreife zur wirkungsorientierten, maßgeschneiderten Governance

Der Sprung von COBIT 5 zu COBIT 2019 markiert den Übergang von einem prozesszentrierten Reife-Fokus zu einer systemischen, ergebnisorientierten und adaptiven IT-Governance. Mit Designfaktoren, Focus Areas, einem Komponentenmodell und konkreten Metriken ermöglicht COBIT 2019, Governance passgenau zu entwerfen, messbar zu machen und laufend zu verbessern. Für Unternehmen bedeutet das: mehr Klarheit, bessere Steuerbarkeit, höhere Resilienz – und eine Governance, die mit der Geschwindigkeit des Geschäfts mithalten kann.

Hinweis: Teile dieses Beitrags könnten unter Einsatz von KI-gestützten Tools erstellt oder überarbeitet worden sein. Weitere Informationen finden Sie im Impressum/Disclaimer. Marken- und Bildrechte: Dargestellte Logos und genannten Marken liegen ausschließlich bei den jeweiligen Rechteinhabern. Nutzung erfolgt ausschließlich zu illustrativen Zwecken.
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Kommentare 35

Theresa Weber am Montag, 06. April 2020 07:05

Den Punkt würde ich gern vertiefen. Welche Schritte eignen sich für einen Einstieg, ohne gleich das ganze Modell umzusetzen?

Den Punkt würde ich gern vertiefen. Welche Schritte eignen sich für einen Einstieg, ohne gleich das ganze Modell umzusetzen?
Moritz Schreiber am Montag, 06. April 2020 15:04

Ich würde mit einem konkreten Steuerungsproblem beginnen und dafür Ziele, Verantwortliche und einen überprüfbaren Ablauf festhalten.

Ich würde mit einem konkreten Steuerungsproblem beginnen und dafür Ziele, Verantwortliche und einen überprüfbaren Ablauf festhalten.
Theresa Weber am Montag, 06. April 2020 07:31

Spannend finde ich die praktische Seite: wie Verantwortlichkeiten und Entscheidungen im Alltag nachvollziehbar bleiben. Reicht dafür zunächst ein kleiner Pilot oder braucht es sofort einen breiteren Ansatz?

Spannend finde ich die praktische Seite: wie Verantwortlichkeiten und Entscheidungen im Alltag nachvollziehbar bleiben. Reicht dafür zunächst ein kleiner Pilot oder braucht es sofort einen breiteren Ansatz?
Gäste - Carolin Engel am Montag, 06. April 2020 08:18

Für mich wäre ein begrenzter Anwendungsfall der beste Einstieg. Dann sieht man relativ schnell, ob die Information tatsächlich zu einer anderen Priorität oder Entscheidung führt.

Für mich wäre ein begrenzter Anwendungsfall der beste Einstieg. Dann sieht man relativ schnell, ob die Information tatsächlich zu einer anderen Priorität oder Entscheidung führt.
Andreas Albers am Montag, 06. April 2020 09:25

Ich würde außerdem festhalten, welche Annahmen hinter der Bewertung stehen. Ändern sie sich, sollte nicht einfach derselbe Status fortgeschrieben werden.

Ich würde außerdem festhalten, welche Annahmen hinter der Bewertung stehen. Ändern sie sich, sollte nicht einfach derselbe Status fortgeschrieben werden.
Markus Groß am Montag, 06. April 2020 13:12

Beides gehört zusammen: ein überschaubarer Einstieg und eine klare Konsequenz bei Abweichungen. Ohne diese Konsequenz bleibt auch eine gute Kennzahl letztlich informativ statt steuernd.

Beides gehört zusammen: ein überschaubarer Einstieg und eine klare Konsequenz bei Abweichungen. Ohne diese Konsequenz bleibt auch eine gute Kennzahl letztlich informativ statt steuernd.
Gäste - Jochen Weiß am Dienstag, 07. April 2020 07:18

Die Trennung zwischen Durchführung und Wirkung hilft. So könnte man klein anfangen, ohne die spätere Bewertung dem Bauchgefühl zu überlassen.

Die Trennung zwischen Durchführung und Wirkung hilft. So könnte man klein anfangen, ohne die spätere Bewertung dem Bauchgefühl zu überlassen.
Gäste - Anna Lindner am Dienstag, 21. April 2020 20:10

Wo würdet ihr bei Messung von Zielerreichung und Kontrollwirkung anfangen, wenn ein kleines Team mehrere Rollen gleichzeitig übernimmt?

Wo würdet ihr bei Messung von Zielerreichung und Kontrollwirkung anfangen, wenn ein kleines Team mehrere Rollen gleichzeitig übernimmt?
Gäste - Matthias Neumann am Dienstag, 21. April 2020 21:53

Ich würde zunächst die Rollen dennoch getrennt dokumentieren und für die kritische Entscheidung einen zweiten Blick vorsehen. Das schafft eine begrenzte, überprüfbare Arbeitsgrundlage für die weitere Umsetzung. Bei Messung von Zielerreichung und Kontrollwirkung sollte die Prüfung aus meiner Sicht auf den im Beitrag beschriebenen Zusammenhang begrenzt werden.

Ich würde zunächst die Rollen dennoch getrennt dokumentieren und für die kritische Entscheidung einen zweiten Blick vorsehen. Das schafft eine begrenzte, überprüfbare Arbeitsgrundlage für die weitere Umsetzung. Bei Messung von Zielerreichung und Kontrollwirkung sollte die Prüfung aus meiner Sicht auf den im Beitrag beschriebenen Zusammenhang begrenzt werden.
Gäste - Lea Arnold am Mittwoch, 29. April 2020 20:15

Welcher konkrete Prüfpunkt wäre bei Messung von Zielerreichung und Kontrollwirkung für einen ersten Umsetzungsschritt besonders hilfreich?

Welcher konkrete Prüfpunkt wäre bei Messung von Zielerreichung und Kontrollwirkung für einen ersten Umsetzungsschritt besonders hilfreich?
Markus Groß am Mittwoch, 29. April 2020 21:51

Für den Einstieg würde ich einen klar abgegrenzten Ablauf mit einem erwarteten Ergebnis wählen. So lässt sich früh erkennen, wo Verantwortlichkeit, Nachweis oder praktische Umsetzung noch fehlen. Für Messung von Zielerreichung und Kontrollwirkung würde ich den ersten Prüfschritt bewusst klein halten.

Für den Einstieg würde ich einen klar abgegrenzten Ablauf mit einem erwarteten Ergebnis wählen. So lässt sich früh erkennen, wo Verantwortlichkeit, Nachweis oder praktische Umsetzung noch fehlen. Für Messung von Zielerreichung und Kontrollwirkung würde ich den ersten Prüfschritt bewusst klein halten.
Gäste - Jan Beck am Dienstag, 05. Mai 2020 10:22

Wie verhindert man, dass aus dem Governance-Rahmen eine reine Prüfliste wird? Diese Unterscheidung finde ich beim Thema dieses Beitrags besonders wichtig.

Wie verhindert man, dass aus dem Governance-Rahmen eine reine Prüfliste wird? Diese Unterscheidung finde ich beim Thema dieses Beitrags besonders wichtig.
Petra Winter am Dienstag, 05. Mai 2020 12:56

Ich würde jedes ausgewählte Ziel mit einer Verantwortlichkeit und einer tatsächlichen Entscheidung verbinden. Sonst bleibt die Umsetzung auf der Dokumentationsebene. Das bezieht sich für mich auf den hier beschriebenen Ansatz.

Ich würde jedes ausgewählte Ziel mit einer Verantwortlichkeit und einer tatsächlichen Entscheidung verbinden. Sonst bleibt die Umsetzung auf der Dokumentationsebene. Das bezieht sich für mich auf den hier beschriebenen Ansatz.
Sabine Wendt am Dienstag, 05. Mai 2020 14:35

Ich sehe den Nutzen, würde aber auch nach den Grenzen fragen. Wann wäre ein einfacheres Vorgehen angemessen? Das bezieht sich für mich auf den hier beschriebenen Ansatz.

Ich sehe den Nutzen, würde aber auch nach den Grenzen fragen. Wann wäre ein einfacheres Vorgehen angemessen? Das bezieht sich für mich auf den hier beschriebenen Ansatz.
Julia Reuter am Dienstag, 05. Mai 2020 15:31

Das würde ich an einem konkreten Szenario prüfen. Eine Beschreibung zeigt die Absicht; die gemeinsame Durchführung zeigt, wo Informationen oder Übergaben fehlen. Diese Unterscheidung finde ich beim Thema dieses Beitrags besonders wichtig.

Das würde ich an einem konkreten Szenario prüfen. Eine Beschreibung zeigt die Absicht; die gemeinsame Durchführung zeigt, wo Informationen oder Übergaben fehlen. Diese Unterscheidung finde ich beim Thema dieses Beitrags besonders wichtig.
Tobias Roth am Dienstag, 05. Mai 2020 18:28

Den Zusammenhang sehe ich jetzt klarer. Die Übertragbarkeit auf andere Fälle würde ich trotzdem getrennt prüfen. Ich würde das am konkreten Anwendungsfall dieses Artikels festmachen.

Den Zusammenhang sehe ich jetzt klarer. Die Übertragbarkeit auf andere Fälle würde ich trotzdem getrennt prüfen. Ich würde das am konkreten Anwendungsfall dieses Artikels festmachen.
Petra Winter am Mittwoch, 20. Mai 2020 15:36

Ein weiterer Punkt: Wie wählt man aus einem umfangreichen Framework einen angemessenen Einstieg aus? Ich würde das am konkreten Anwendungsfall dieses Artikels festmachen.

Ein weiterer Punkt: Wie wählt man aus einem umfangreichen Framework einen angemessenen Einstieg aus? Ich würde das am konkreten Anwendungsfall dieses Artikels festmachen.
Sabine Wendt am Mittwoch, 20. Mai 2020 18:01

Ausgangspunkt wären für mich Unternehmensziele und die wichtigsten Risiken. Alles gleichzeitig umzusetzen würde eher die Priorisierung verdecken. Das bezieht sich für mich auf den hier beschriebenen Ansatz.

Ausgangspunkt wären für mich Unternehmensziele und die wichtigsten Risiken. Alles gleichzeitig umzusetzen würde eher die Priorisierung verdecken. Das bezieht sich für mich auf den hier beschriebenen Ansatz.
Julia Reuter am Mittwoch, 20. Mai 2020 20:23

Damit bin ich noch nicht ganz zufrieden. Wie würde man prüfen, ob die vorgeschlagene Lösung im Alltag tatsächlich eingehalten wird?

Damit bin ich noch nicht ganz zufrieden. Wie würde man prüfen, ob die vorgeschlagene Lösung im Alltag tatsächlich eingehalten wird?
Markus Groß am Donnerstag, 21. Mai 2020 07:05

Das würde ich an einem konkreten Szenario prüfen. Eine Beschreibung zeigt die Absicht; die gemeinsame Durchführung zeigt, wo Informationen oder Übergaben fehlen. Das bezieht sich für mich auf den hier beschriebenen Ansatz.

Das würde ich an einem konkreten Szenario prüfen. Eine Beschreibung zeigt die Absicht; die gemeinsame Durchführung zeigt, wo Informationen oder Übergaben fehlen. Das bezieht sich für mich auf den hier beschriebenen Ansatz.
Gäste - Jens Wagner am Donnerstag, 21. Mai 2020 08:57

Da kommen wir näher zusammen. Ein gemeinsamer Ablauf wäre überzeugender als zwei Verfahren, die im Ernstfall unterschiedliche Antworten geben. Diese Unterscheidung finde ich beim Thema dieses Beitrags besonders wichtig.

Da kommen wir näher zusammen. Ein gemeinsamer Ablauf wäre überzeugender als zwei Verfahren, die im Ernstfall unterschiedliche Antworten geben. Diese Unterscheidung finde ich beim Thema dieses Beitrags besonders wichtig.
Gäste - Holger Böttcher am Sonntag, 14. Juni 2020 07:05

Wie würdet ihr Zuständigkeit für Steuerungsentscheidungen konkret prüfen, wenn die Maßnahme bereits auf dem Papier abgeschlossen ist?

Wie würdet ihr Zuständigkeit für Steuerungsentscheidungen konkret prüfen, wenn die Maßnahme bereits auf dem Papier abgeschlossen ist?
Gäste - Nora Sommer am Sonntag, 14. Juni 2020 08:17

Für diesen Fall wäre mein Ansatz: die Umsetzung an einem konkreten Fall nachvollziehen und dabei das tatsächliche Ergebnis prüfen. Damit bleibt sichtbar, was entschieden wurde und was noch offen ist. Bei Zuständigkeit für Steuerungsentscheidungen sollte die Prüfung aus meiner Sicht auf den im Beitrag beschriebenen Zusammenhang begrenzt werden.

Für diesen Fall wäre mein Ansatz: die Umsetzung an einem konkreten Fall nachvollziehen und dabei das tatsächliche Ergebnis prüfen. Damit bleibt sichtbar, was entschieden wurde und was noch offen ist. Bei Zuständigkeit für Steuerungsentscheidungen sollte die Prüfung aus meiner Sicht auf den im Beitrag beschriebenen Zusammenhang begrenzt werden.
Julia Reuter am Samstag, 04. Juli 2020 08:55

Ein weiterer Punkt: Was ist aussagekräftiger: ein höherer Reifegrad oder eine nachweisbar bessere Entscheidung?

Ein weiterer Punkt: Was ist aussagekräftiger: ein höherer Reifegrad oder eine nachweisbar bessere Entscheidung?
Tobias Roth am Samstag, 04. Juli 2020 09:54

Daran würde ich anknüpfen. Ich würde den Reifegrad als Orientierung behandeln. Entscheidend bleibt für mich, ob sich Steuerung und Ergebnisse tatsächlich verbessern. Das bezieht sich für mich auf den hier beschriebenen Ansatz.

Daran würde ich anknüpfen. Ich würde den Reifegrad als Orientierung behandeln. Entscheidend bleibt für mich, ob sich Steuerung und Ergebnisse tatsächlich verbessern. Das bezieht sich für mich auf den hier beschriebenen Ansatz.
Gäste - Jens Wagner am Samstag, 04. Juli 2020 12:26

Beim Prinzip bin ich dabei. Bei der Umsetzung könnte aber gerade die Übergabe zwischen zwei Zuständigen schwierig werden. Meine Ausgangsfrage bleibt: Was ist aussagekräftiger: ein höherer Reifegrad oder eine nachweisbar bessere Entscheidung?

Beim Prinzip bin ich dabei. Bei der Umsetzung könnte aber gerade die Übergabe zwischen zwei Zuständigen schwierig werden. Meine Ausgangsfrage bleibt: Was ist aussagekräftiger: ein höherer Reifegrad oder eine nachweisbar bessere Entscheidung?
Markus Groß am Samstag, 04. Juli 2020 15:11

Das würde ich an einem konkreten Szenario prüfen. Eine Beschreibung zeigt die Absicht; die gemeinsame Durchführung zeigt, wo Informationen oder Übergaben fehlen. Auf die Ausgangsfrage bezogen: Ich würde den Reifegrad als Orientierung behandeln. Entscheidend bleibt für mich, ob sich Steuerung und Ergebnisse tatsächlich verbessern.

Das würde ich an einem konkreten Szenario prüfen. Eine Beschreibung zeigt die Absicht; die gemeinsame Durchführung zeigt, wo Informationen oder Übergaben fehlen. Auf die Ausgangsfrage bezogen: Ich würde den Reifegrad als Orientierung behandeln. Entscheidend bleibt für mich, ob sich Steuerung und Ergebnisse tatsächlich verbessern.
Gäste - Jan Beck am Samstag, 04. Juli 2020 16:21

Den Zusammenhang sehe ich jetzt klarer. Die Übertragbarkeit auf andere Fälle würde ich trotzdem getrennt prüfen. Die Ausgangsfrage „Was ist aussagekräftiger: ein höherer Reifegrad oder eine nachweisbar bessere Entscheidung?“ ist damit für mich noch nicht vollständig beantwortet.

Den Zusammenhang sehe ich jetzt klarer. Die Übertragbarkeit auf andere Fälle würde ich trotzdem getrennt prüfen. Die Ausgangsfrage „Was ist aussagekräftiger: ein höherer Reifegrad oder eine nachweisbar bessere Entscheidung?“ ist damit für mich noch nicht vollständig beantwortet.
Andreas Albers am Mittwoch, 26. Juni 2024 09:22

Welcher konkrete Nachweis wäre bei Messung von Zielerreichung und Kontrollwirkung für euch aussagekräftiger als eine reine Statusmeldung?

Welcher konkrete Nachweis wäre bei Messung von Zielerreichung und Kontrollwirkung für euch aussagekräftiger als eine reine Statusmeldung?
Gäste - Susanne König am Mittwoch, 26. Juni 2024 11:04

Für mich wäre eine überprüfbare Stichprobe stärker als eine Zusammenfassung. Die Auswahl sollte begründet sein und auch einen Fall enthalten, in dem die Umsetzung Schwierigkeiten machen könnte. Mit Blick auf Messung von Zielerreichung und Kontrollwirkung würde ich den Umfang der Prüfung bewusst auf diese Entscheidung begrenzen.

Für mich wäre eine überprüfbare Stichprobe stärker als eine Zusammenfassung. Die Auswahl sollte begründet sein und auch einen Fall enthalten, in dem die Umsetzung Schwierigkeiten machen könnte. Mit Blick auf Messung von Zielerreichung und Kontrollwirkung würde ich den Umfang der Prüfung bewusst auf diese Entscheidung begrenzen.
Sabine Wendt am Samstag, 05. September 2026 12:20

Ein weiterer Punkt: Sind Governance und operatives Management im Alltag wirklich sauber trennbar? Gerade bei dieser Fragestellung würde ich die Abwägung offen dokumentieren.

Ein weiterer Punkt: Sind Governance und operatives Management im Alltag wirklich sauber trennbar? Gerade bei dieser Fragestellung würde ich die Abwägung offen dokumentieren.
Julia Reuter am Samstag, 05. September 2026 13:49

Die Aufgaben berühren sich natürlich. Trotzdem würde ich festhalten, wer die Richtung und Grenzen vorgibt und wer innerhalb dieser Grenzen umsetzt. Das bezieht sich für mich auf den hier beschriebenen Ansatz.

Die Aufgaben berühren sich natürlich. Trotzdem würde ich festhalten, wer die Richtung und Grenzen vorgibt und wer innerhalb dieser Grenzen umsetzt. Das bezieht sich für mich auf den hier beschriebenen Ansatz.
Tobias Roth am Samstag, 05. September 2026 15:55

Das ist mir als Maßstab noch etwas zu weich. Welches Ergebnis müsste sich nach der Änderung nachweisbar verbessern? Ich würde das am konkreten Anwendungsfall dieses Artikels festmachen.

Das ist mir als Maßstab noch etwas zu weich. Welches Ergebnis müsste sich nach der Änderung nachweisbar verbessern? Ich würde das am konkreten Anwendungsfall dieses Artikels festmachen.
Gäste - Jens Wagner am Samstag, 05. September 2026 16:48

Das würde ich an einem konkreten Szenario prüfen. Eine Beschreibung zeigt die Absicht; die gemeinsame Durchführung zeigt, wo Informationen oder Übergaben fehlen. Diese Unterscheidung finde ich beim Thema dieses Beitrags besonders wichtig. Mein Maßstab wäre die nachvollziehbare Wirkung.

Das würde ich an einem konkreten Szenario prüfen. Eine Beschreibung zeigt die Absicht; die gemeinsame Durchführung zeigt, wo Informationen oder Übergaben fehlen. Diese Unterscheidung finde ich beim Thema dieses Beitrags besonders wichtig. Mein Maßstab wäre die nachvollziehbare Wirkung.
Sarah Jansen am Donnerstag, 30. Juli 2026 11:06

Ich sehe den größten Nutzen in klare Entscheidungsrechte in der IT-Governance. Das sollte sich mit wenigen verständlichen Kennzahlen und konkreten Beispielen prüfen lassen.

Ich sehe den größten Nutzen in klare Entscheidungsrechte in der IT-Governance. Das sollte sich mit wenigen verständlichen Kennzahlen und konkreten Beispielen prüfen lassen.
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